Bipolare Störungen – Ein Leben wie auf der Achterbahn!

Unter einer Bipolaren Störung versteht man phasenhafte Extremschwankungen der Stimmung, des Antriebs und der Aktivität. Allein in Deutschland leben etwa 800.000 Menschen mit einer bipolaren Störung. Weltweit sind ca. 1-3% der Bevölkerung betroffen. Frauen und Männer erkranken jeweils gleich häufig. Genauere Zahlen sind schwierig, da die Diagnose sehr schwer zu stellen ist und die Krankheit oftmals gar nicht erkannt wird.

Bei einer Bipolaren Störung wechseln sich ein übersteigertes Hochgefühl (Manie) und unterscheidlich starke depressive Phasen ab. Betroffene nehmen dabei den Wechsel zwischen den einzelnen Phasen kaum bewusst war. Für Angehörige und Partner ist die Erkrankung aber oft eine große belastung. Bipolare Störungen gehören laut WHO zu den 10 Krankheiten, die am häufigsten zu dauerhaften beinträchtigungen führen. Viele Patienten erleben ihre erste Krankheitsepisode um das 18. Lebensjahr herum, doch meist wird die Störung erst später erkannt. 

Die Ursachen der Erkrankung sind nicht vollständig geklärt. Erbliche Veranlagung und äußere Einflüsse wie belastende Ereignisse scheinen eine gewisse Rolle zu spielen.

Überdurchschnittlich viele kreative Menschen leiden an bipolaren Störungen.

Personen die an einer Bipolaren Störung leiden, unterliegen auch einem erhöhten Suizidrisiko. Die Krankheit ist daher sehr ernst zu nehmen!

Symptome

Die Symptome einer Bipolaren Erkrankung unterscheiden sich je nach durchlebter Phase. Wobei es gerade in der Hochphase (Mani) für den betroffenen besonders schwierig ist die Symptome zu erkennen, da diese Phase in der Regel auf eine depressive Phase folgt. Betroffenen sehen diese Phase auch als eine Art Befreiung an. Hinweise von außenstehenden auf die auffällige Stimmungslage kann sogar zu Aggressivität und hartnäckiger Verleugnung führen. In den meisten Fällen gehen die Betroffenen in der manischen Phase auch gar nicht erst zum Arzt, da Sie sich nicht krank fühlen. 

Im klassischen Verlauf wechseln die Betroffenen während Ihrer Erkrankung immer wieder zwischen folgenden Zuständen:

Manie – während einer Manie können folgende Symptome beobachtet werden:

  • Gesteigerte Aktivität
  • Ruhelosigkeit
  • Rededrang
  • Ideenflucht
  • Gedankenrasen
  • Verlust sozialer Hemmungen
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Überhöhte Selbsteinschätzung
  • Ablenkbarkeit
  • Ständiger Wechsel von Aktivitäten
  • Tollkühnes oder rücksichtsloses Verhalten
  • Gesteigerte Libido

Hypomanie –Eine solche Hypomanie erfüllt nicht die Kriterien einer Manie und kann als deren abgeschwächte Form bezeichnet werden.

  • Gesteigerte Aktivität
  • Unruhe
  • Gesprächigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Ablenkbarkeit
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Libidosteigerung
  • Leichtsinniges oder verantwortungsloses Verhalten
  • Gesteigerte Geselligkeit

Quelle: https://dgbs.de/

Depression

Hauptsymptome:

  • Gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessenverlust, Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome

  • Verminderte Konzentration
  • Vermindertes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • Negative, pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken/ Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter oder auch stark vermehrter Appetit

Mehr zu Depressionen erfährst du hier: Depression

Ursachen

Die Ursachen einer Bipolaren Erkrankung können vielfältig sein. Zum einen spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Die Wahrscheinlichkeit, an einer bipolaren Störung zu erkranken, liegt bei 10% wenn eines der Elternteile bereits erkrankt ist. Sind beide Elternteile betroffen steigt die Wahrscheinlichkeit auf ca.50%. Zum anderen sind auch die individuellen Lebensumstände an der Entstehung beteiligt. Vor allem Stress scheint ein Auslöser zu sein. Auch mobbing oder schwere Krankheiten können den Ausbruch der Krankheit begünstigen.

In seltenen Fällen können auch Medikamente, die die Stimmungslage verändern, eine bipolare Störung auslösen. Insbesondere Kortisonhaltige Präparate und bestimmte Epilepsie-Medikamente spielen hier eine rolle. Auch Drogen und Alkohol gelten als Risikofaktoren. 

Behandlung

Der erste Ansprechpartner ist bei verdacht der Hausarzt oder noch besser ein Facharzt für Neurologie & Psychiatrie, da die Diagnose sehr schwer zu stellen ist. Angezeigt sind dann eine medikamentöse Behandlung mit stimmungsstabilisierenden Medikamenten. In der Regel kommen verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen zum Einsatz um sowohl die manischen, als auch die depressiven Phasen zu behandeln.

Da betroffene meist ein Leben lang behandelt werden müssen, ist eine psychotherapeutische Behandlung ebenso wichtig wie die medikamentöse Therapie. Nur so kann die Stimmung stabil gehalten werden und der Patient lernen, mit dieser Erkrankung umzugehen. Ziel Ist es ein möglichst gute Lebensqualität zu erlangen.

Literatur:

Ratgeber Bipolare Störungen: Hilfe für den Alltag
Mal rastlos und voller Energie – mal antriebslos, traurig und leer … Manie und Depression wechseln sich ab und machen es dem Betroffenen schwer, sein Leben zu meistern.
Der Ratgeber Bipolare Störungen 
– informiert Sie über das Krankheitsbild Bipolare Störungen
– liefert hilfreiche Strategien mit dieser „Berg-und Talfahrt der Gefühle“ besser zurechtzukommen, den Beginn einer neuen Phase zu erkennen und gegenzusteuern
– erklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt 

Quelle: amazon.de

Der Bipolare Spagat: Manisch-depressive Menschen verstehen

„Betroffene wie auch die Angehörigen werden von der Lektüre dieses Buches profitieren: Es ist ein Wegweiser ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Betroffenen-Sentimentalität, ohne Helfer-Aufopferung.“
Prof. Dr. Isabella Heuser, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Berlin

Quelle: amazon.de