Borderline Erkrankung – BPS

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) oder emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs ist eine Persönlichkeitsstörung. Die Borderline Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine überdauernde Störung der Affektregulierung, der Impulskontrolle, der Kognitionen sowie der zwischenmenschlichen Beziehungsgestaltung. Typisch sind plötzlich auftretende negative Erlebnisweisen, die zu einem selbst- und fremddestruktiven Verhalten führen. Das handeln ist Impuls- und Affektgesteuert, was als Kontrollverlust erlebt werden kann. Das Denken ist geprägt durch negative Kognitionen bezogen auf sich selbst und die Beziehung zu anderen. Diese sind typischerweise geprägt durch eine „stabile Instabilität“ mit häufigen Trennungen und anschließenden Versöhnungen. Alleine sein kann genau so wenig ausgehalten werden, wie zu viel nähe. Typisch ist hierbei, dass immer wieder versucht wird, Trennungen und durch suizidale Kommunikation zu verhindern.*

Symptome

Borderline-Symptome sind vielfältig und lassen sich schwer von anderen psychische Erkrankungen abgrenzen. Häufig werden anhand der Symptome über eine lange zeit eine Depression oder psychosomatische Beschwerden behandelt, bevor die Diagnose BPS gestellt wird.

Borderline – Extreme Stimmungsschwankungen, Störungen des Selbsterlebens, Leere- und Spannungszuständen sind an der Tagesordnung.

  • Probleme im zwischenmenschlichen Verhalten
  • instabile Gefühle
  • Aggression (auch gegen sich selbst)
  • Überempfindlichkeit gegenüber möglichen Bedrohungen
  • Vermischung von Selbst- und Fremdeinschätzung
  • erhöhte emotionale Empfindlichkeit,
  • stark schwankende, negative Stimmungen
  • Angst vor einer möglichen Zurückweisung
  • Dépersonnalisation, Derealisation
  • verzerrtes Zeitgefühl
  • irreales Wiedererleben (so genannte „Flashbacks“)
  • selbstverletzendem Verhalten
  • erhöhte Suizidgefährdung (kein Symptom im eigenbtlichen Sinn, aber dennoch wichtig!)
  • psychotische Symptome

Ursachen

Genau Ursachen sind nicht bekannt. Die Mehrheit der Wissenschaftler geht aber davon aus, dass mehrer Faktoren bei der Entstehung einer Borderline Erkrankung eine Rolle spielen.
Diese Faktoren könne sein:

Genetische Veranlagung
Obwohl bislang kein Gen gefunden werden konnte, geht man davon aus, dass BPS zu etwa 40 % erblich sei. 

Äußere Einflüsse
Eine Langzeitstudie von 6050 Kindern, geboren von April 1991 bis Dezember 1992, ergab, dass feindseliges Elternverhalten und Streit unter Eltern die Wahrscheinlichkeit von BPS erhöhte.**

Neurobiologie
Fehlfunktionen im Gehirn, insbesondere in dem Bereich, der der Verarbeitung von Emotionen, dient, gelten als Ursache für die meisten Symptome der BPS.

Behandlung / Therapie

Besonders bewährt haben sich bei der Behandlung einer Borderline Erkrankung insbesondere spezielle Formen der Verhaltenstherapie sowie die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT).

Bei der DBT handelt es sich um eine Form der Verhaltenstherapie. Das Prinzip: Patienten lernen, ihre Gefühle in normale Bahnen zu lenken, bevor die Emotionen außer Kontrolle geraten.

Die „Dialektisch-Behaviorale Therapie“ (DBT) wurde von Marsha Linehan zur ambulanten Behandlung von chronisch suizidalen PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Sie basiert auf einem biosozialen Entstehungsmodell, kognitiv-behavioralen Behandlungsstrategien und spezifischen therapeutischen „dialektischen“ Interventionsmethoden. Die Einzeltherapie und das Fertigkeitentraining in der Gruppe ergänzen sich zu einem Gesamtkonzept, dessen Überlegenheit gegenüber unspezifischen Therapieformen empirisch nachgewiesen werden konnte. In ihrem Manual ergänzt sie die kognitive Verhaltenstherapie um Elemente aus humanistischen Therapieverfahren, Hypnotherapie und im Besonderen aus dem Zen.

Quelle: http://www.borderline-plattform.de/index.php/dbt

*https://books.google.de/books?id=OyHUAgAAQBAJ&pg=PA27&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false
Tilman Steinert u. a.: Stationäre Krisenintervention bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen.
Hogrefe Verlag, 2014, ISBN 978-3-8409-2545-0, S. 28 & 29

**C. Winsper, M. Zanarini, D. Wolke: Prospective study of family adversity and maladaptive parenting in childhood and borderline personality disorder symptoms in a non-clinical population at 11 years. In: Psychological medicine. Band 42, Nummer 11, November 2012, S. 2405–2420, doi:10.1017/S0033291712000542PMID 22475090.