Depression & Erwerbsminderungsrente

Psychische Erkrankungen, wie Depression, sind die mit Abstand häufigsten Leiden, die nach Angaben der DRV zum Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente in 2016 geführt haben. Knapp 43 Prozent aller neuen Rentenbezieher einer Erwerbsminderungsrente konnten deshalb nicht oder nur noch sehr eingeschränkt arbeiten.

Ein Anspruch auf eine derartige Rente hat ein gesetzlich versicherter  Arbeitnehmer jedoch nur, wenn er dauerhaft weniger als sechs Stunden erwerbstätig sein kann. Zudem muss er die versicherungsrechtlichen Vorraussetzungen erfüllen. Bis auf wenige Ausnahmen muss er eine fünfjährige Wartezeit sowie in den letzten fünf Jahren vor der Erwerbsminderung wenigstens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet haben.

Dabei wird zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderung unterschieden:

Teilweise erwerbsgemindert sind nach § 43 Abs. 1, S. 2 SGB VI Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch zwischen drei und sechs Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts erwerbstätig sein können.

Voll erwerbsgemindert sind dementsprechend nach § 43 Abs. 2, S. 1 SGB VI diejenigen Versicherten, die nicht mehr drei Stunden täglich erwerbstätig sein können.

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt unter anderem davon ab, wie viele Stunden am Tag ein Betroffener irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen könnte. Ob die berufliche Tätigkeit dem bisher erlernten oder ausgeübten Beruf entspricht, spielt jedoch keine Rolle. Die Rentenhöhe liegt in jedem Fall weit unter dem bisherigen Einkommen. Selbstständige, Hausfrauen und -männer, aber auch Kinder haben bis auf wenige Ausnahmen keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Es gibt jedoch von der privaten Versicherungswirtschaft Lösungen, die einen finanziellen Schutz gegen Einkommensausfälle aufgrund einer Erwerbs- oder auch einer Berufsminderung bieten. Zu nennen sind hier die private Berufs- und/Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.

Bevor man eine Erwerbsminderungsrente wegen psychischen Erkrankungen erhält, müssen Betroffene eine Reihe von Hürden überwinden. Grundsätzlich muss eine längerfristige, negative Prognose zu grunde liegen. Eine Akuterkrankung reicht noch nicht aus, um die EM-Rente zu bekommen. Einzelne mittelgradige oder schwere depressive Episoden reichen also in der Regel nicht. 

In aller Regel sind psychische Erkrankungen wie eine Depression, erst dann Rentenrechtlich von Relevanz, wenn so gut wie alle Therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft sind. 

Eigeninitiative zeigen!

Fordern Sie aktiv Hilfsangebote von Ihrem Arzt, der Krankenversicherung und auch der Rentenversicherung ein! Gehen Sie auf Ihren Arzt zu und fragen Sie ihn, holen Sie sich eine Zweitmeinung ein oder sprechen Sie mit Ihrer Krankenversicherung darüber. Abwarten, bis der Arzt was vorschlägt, reicht nicht.
Ein Gericht lehnte etwa den Rentenantrag eines betroffenen unter anderem mit der Begründung ab, das  „die Gesundheitsstörungen nicht durch zumutbare Willensanspannung aus eigener Kraft oder mit fremder Hilfe überwunden“ werden könnte. 

Fazit:

Wer seinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente erfolgreich durchsetzen will, muss ambulante, teilstationäre oder gar stationäre psychiatrische Behandlungen in Anspruch nehmen.