Depression

Eine Depression kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialem Status. In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an einer Depression. Sie ist damit eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Frauen sind in etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Pro Jahr erkranken etwa 1 bis 2 Personen von 100 neu. Die Dunkelziffer wird aber weitaus höher geschätzt, da viele Betroffene aus Angst oder Scham, den Gang zum Arzt scheuen oder weil der Hausarzt die Depression aufgrund Ihres vielfältigen Erscheinungsbildes gar nicht erst erkennt. Eine unbehandelte Depression aber bessert sich in der Regel kaum von selbst. Wird aber einmal die richtige Diagnose gestellt, ist die Lage alles andere als aussichtslos. In den letzten Jahrzehnten hat sich hinsichtlich der Therapie einiges getan und mehr als 80% der Erkrankten kann dauerhaft und erfolgreich geholfen werden.


Die Depression gehört zum Formkreis der affektiven Störungen.
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Symptome

Die Symptome einer Depression können sehr unterschiedlich ausfallen. Auch müssen nicht alle Symptome bei jedem Betroffenen auftreten. In der Regel leiden Betroffene morgens am heftigsten unter den Symptomen. Diese bessern sich häufig im laufe des Tages wobei am Abend die beste Stimmungslage erreicht wird. Es kann aber auch genau umgekehrt sein. Eine anhaltende gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken sowie Interessenverlust zählen zu den Hauptsymptome. Hinzu können vielfältige, körperliche Symptome, die von Schlaflosigkeit über Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen reichen, kommen. Früher oder später treten bei ca. 10 % aller Betroffenen Suizid-Gedanken auf.


ACHTUNG!

Wenn du denkst, dass du depressiv bist oder du sogar Gedanken daran hast, dir etwas anzutun, wende dich bitte umgehend an die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) oder begib dich in die nächst gelegene Notaufnahme!

Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhälst du Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.


Hauptsymptome:

  • Gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessenverlust, Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit

Nebensymptome:

  • Verminderte Konzentration
  • Vermindertes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • Negative, pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken/ Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter oder auch stark vermehrter Appetit

Wird eine Depression diagnostiziert unterscheidet man zwischen leichten, mittleren und schweren depressiven Phasen. Ihr seht allein der Ausdruck „Phasen“ zeigt schon das es wieder besser wird! Zur genauen Bestimmung des Schweregrad einer Depression geht man in der Regel folgendermaßen vor:

Leichte Depression = 2 Hauptsymptome + 2 Nebensymptome
Mittelschwere Depression = 2 Hauptsymptome + 3-4 Nebensymptome
Schwere Depression = 3 Hauptsymptome + 4 Nebensymptome

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten einer Depression sind nicht immer eindeutig zu benennen.
Man nennt sie daher auch die Krankheit der tausend gesichter. 

Mani

Zum einen gelten Personen die Traumatische Erlebnisse hinter sich haben als gefährdet, aber die genetische Veranlagung spielt eine ebenso wichtige rolle. Die Auslöser können dabei ebenso vielfältig sein. Sie reichen von Überlastung & Stress, (Umgangssprachlich Burn-Out), über Verlusterlebnisse bis hin zum Renteneintritt oder den Urlaub. Nicht selten treten heftige Depressions-Symptome in Phasen der Ruhe auf: 

Bei Chronischem Stress beispielsweise amArbeitsplatz, können heftige Symptome schon kurz nach Urlaubsbeginn auftreten.

Aber wie bei allen Sachen gilt: Alles kann – nichts muss! Jeder Mensch ist verschieden. Was der eine als Stressig empfindet, langweilt den nächsten vielleicht nur.

Behandlung

Die Behandlung einer Depression richtet sich nach dem Schweregrad und den vorherschenden Symptomen. Bei leichten Depressiven Phase ist oftmals eine ambulante Psychotherapie ausreichend. Bei mittleren und schweren Depressiven Phasen, werden in der Regel Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie eingesetzt. Eine Rein medikamentöse Behandlung ist nicht sinnvoll und selten von langfristigem Erfolg gekrönt.

Insbesondere bei schweren depressiven Episoden sowie in der Akut-Phase einer depressiven Episode kann eine stationäre Behandlung in einer Psychiatrischen oder Psychosomatischen Klink sinnvoll sein. Eine Intensive Ambulante Therapie kann zu Anfang aber ebenfalls erfolgversprechend sein. Ist die Akut-Phase überwunden, sollte die Therapie nicht gleich abgebrochen werden. Es gilt nun die hart erarbeiteten Erfolge zu sichern und Vorzubeugen. Kommen Antidepressiva zum Einsatz, sollten diese nach abklingen der Symptome noch mindestens ein halbes Jahr weiter eingenommen werden.