Antidepressiva

Antidepressiva wurden vor rund 60 Jahren eher zufällig entdeckt. Heute werden Sie millionenfach zur Therapie von Depression, Angst-, Zwangsstörungen oder Schmerzen verordnet. Allein in Deutschland werden über 1 Milliarde Tagesdosen pro Jahr geschluckt. Antidepressiva weisen teils heftige Nebenwirkungen auf. Ihr Einsatz ist daher nicht unumstritten. Gerade bei leichten Depressionen wird von einem Einsatz abgeraten. Vor allem aber sollten Sie nicht als einzige Therapiemethode eingesetzt werden, sondern stets in Verbindung mit einer Psychotherapeutischen Behandlung. Allerdings ist spätestens bei schweren Verlaufsformen ein Einsatz meist unumgänglich, um Patienten effektiv helfen zu können. Antidepressiva lassen sich in verschiedene Stoffgruppen einteilen:
Buch antidepressive
  • Trizyklische Antidepressiva zeichnen sich durch eine stimmungsaufhellende Wirkung aus und zählen zu den schon am längsten angewandten Substanzen in der Behandlung von Depressionen.
  • Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer blockieren den Sorotonintransport und erhöhen damit die Konzentration von Serotonin im Gehirn, wodurch ein Stimmungsaufhellende Wirkung erzielt werden soll.
  • Selektive Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer hemmen den Transporter, der Noradrenalin nach erfolgter Signalübertragung wieder zu den Speicherplätzen zurückbefördert. Noradrenalin verbleibt somit länger am Wirkort, und seine Wirksamkeit als Signalüberträger steigt.
  • Dopamin Wiederaufnahmehemmer sind wegen starker Nebenwirkungen mittlerweile nicht mehr verschreibungsfähig, da Sie als Suchtauslösend gelten.
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin. Einsatzgebiete sind hauptsächlich Depressionen und Angststörungen.
  • Selektive Noradrenalin-/Dopamin-Wiederaufnahmehemmer hemmen die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin, sind aber kaum gebräuchlich, da nur zwei Wirkstoffe eine Zulassung besitzen.
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